Dorfkirche Alt Sammit

Die Dorfkirche in Alt Sammit ist vermutlich noch älter als die Stadtkirche in Krakow am See. Ihr Mauerwerk ist aus Feldsteinen. Die Kirche war früher eine Dorfkirche, aber auch Burgkirche für die nahe gelegene Burg. Weiterhin war sie auch eine Gebetskirche für Kaufleute, die sich durch die Schwinzer Heide wagen mussten. Dies war nicht einfach, da die Schwinzer Heide in dieser Zeit von vielen Räubern kontrolliert wurde. Es kann also gesagt werden, dass die Dorfkirche Alt-Sammit so etwas wie eine Autobahnkirche des Mittelalters war. 1636 herrschte ein Kampf zwischen Schweden und Kaiserlichen in Alt-Sammit, wobei das Dorf, die Burg und die Kirche völlig zerstört wurden. Das war der Grund warum fast alle Bewohner das Dorf verlassen mussten.

Eine herzogliche Visitation bezeichnete 1649 Alt Sammit als “wüst”. Doch einige Zeit später kehrte der Gutsherr zurück und begann mit dem Wiederaufbau des Dorfes und der Kirche. Die Burg jedoch wurde nicht mehr aufgebaut. Stattdessen errichtete der Gutsherr sich ein Schloss. Nach der Fertigstellung der Kirche starb die Frau des Gutsherrn und so war sie die erste Frau, die in dieser Kirche begraben wurde.

1945 war das neue Schloss mit Flüchtlingen überfüllt, die alle an Typhus erkrankt waren. Daraus folgte, dass der Friedhof mit Typhustoten belegt war.

Im Jahre 1979/1980 stürzte die Kirche wegen baulicher Schäden ein. In den folgenden 7 Jahren wurde die Dorfkirche wieder aufgebaut durch LPG, Kommune und Kirchgemeinde. Da diese Zusammenarbeit nicht typisch war, bekam dieses Projekt 1990 eine internationale Auszeichnung “Europa Nostra” als Würdigung.

Nach der Wende wurde die Kirche als Rüstzeitheim mit Gemeinderaum, Küche, Toiletten und Duschen im Obergeschoss, sowie Übernachtungsmöglichkeiten im Spitzboden genutzt. Hier kamen u.a. Kinder aus Shodino in Weißrußland zur Erholung unter. Im Erdgeschoss befindet sich eine Kapelle mit wertvollem Altar und einem Pult aus Resten der Renaissancekanzel.

Da das Rüstzeitheim nicht kostendeckend betrieben werden konnte, wurde der Betrieb 2016 eingestellt. Nach einer tragfähigen Nutzungsmöglichkeit wird noch gesucht.